Al Bahah mit üppiger Vegetation
Die Reise nach Al Bahah besticht mit viel Grün, denn hohe, grüne und nebelverhangene Berge säumen die Stadt, welche in den Sarawat-Bergen liegt.
In den kühlen Bergen von Sarawat wachsen zahlreiche Wälder, der schönste unter ihnen heisst » Waldpark von Raghadan«. Besonders Paviane leben in den Wäldern. Die Region erinnert ein bisschen an die schönen Hügel der Toskana.
Marmorstadt Dhee Ayn (Thee Ain)
Südlich von Al Bahah im Tal von Bidah stehen die mit Marmor verzierten Häuser von Thee Ain. Diese Gebäude sind schon über 400 Jahre alt.



Weiße Magie – Die Marmorbasis von Thee Ain
Thee Ain ist nicht nur für sein Alter, sondern auch für seine geologische Grundlage berühmt. Nicht umsonst trägt es den Beinamen „Marmordorf“: Wie denn auch, da doch die gesamte Siedlung auf einem imposanten, strahlend weißen Quarz-Felsen thront? Dieser Felsen verleiht den mehrstöckigen Steinhäusern nicht nur ein Fundament von unerschütterlicher Dauerhaftigkeit, sondern auch eine visuell einzigartige Ästhetik. Erstaunlich reflektiert die Oberfläche des Gesteins das Licht der tief stehenden Sonne. Dadurch leuchten die traditionellen Bauten in der Berglandschaft beinahe mystisch. Diese natürliche, helle Basis bildet einen faszinierenden Kontrast zu den ockerfarbenen Hängen des Tals von Bidah. Sie erleben dabei ein aufregendes Lichterspiel, in welchem schimmernde Lichtflüsse des weißen Marmors und farbiger Berge miteinander tanzen.
Quell des Lebens – Die grüne Oase im Tal von Bidah
Das Überleben und der einzigartige Charakter des historischen Dorfes Thee Ain sind untrennbar mit seiner beständigen Wasserquelle verbunden. Die namensgebende Ain (arabisch für Quelle) entspringt dem umliegenden Sarawat-Gebirge und versorgt schon seit Jahrhunderten die landwirtschaftlichen Terrassen im Tal von Bidah. Dieses konstante Fließen, welches selbst in trockenen Perioden nicht versiegt, formt die Region zu einer wahren grünen Oase inmitten der Tihama-Ebene. Erst dieses fließende Wasser ermöglicht den Anbau seltener und wertvoller Kulturen wie von duftendem Basilikum, Kadi, Zitronen und, besonders wichtig, der üppigen Bananen- und Palmhaine, die das Dorf malerisch umgeben. Die Quelle fungiert somit als Lebensader des Tales und schafft eine fruchtbare Ausnahme in der sonst kargen Gebirgslandschaft.
Erbe & Lebendig
Heute ist Thee Ain ein lebendiges Kulturerbe-Zentrum. Denn obwohl die prächtigen Steinhäuser nicht mehr dauerhaft bewohnt sind, dient das Dorf nicht nur als leeres Museum. Stattdessen bildet es ein historisch dynamisches Zentrum, das durch den Verkauf von Kunsthandwerk und den Tourismus pulsiert, während die Nachfahren der ursprünglichen Bewohner schon in den 1980er Jahren in die umliegenden modernen Siedlungen übergesiedelt sind. So leben das Dorf und seine Funktionen durch kulturelle, touristische und landwirtschaftliche Aktivitäten, obwohl hier niemand mehr wohnt.
Kulturelle Anlässe in Thee Ain
Die restaurierte Kulisse der Steinhäuser dient auch als authentische Bühne, um die Geschichte und Traditionen der Region Al Bahah lebendig zu halten.
Hier finden regelmäßig Veranstaltungen statt:
Besonders während des Sommerfestivals ist das Dorf ein zentraler Ort für die Pflege des immateriellen Erbes Al Bahas. Nämlich genau dann verwandeln sich seine engen Gassen in eine lebendige Arena. Besucher können hier, in ihrer ursprünglichen Umgebung, traditionelle Darbietungen wie den Ayyala-Volkstanz und Volkslieder erleben. Darüber hinaus nutzt die saudi-arabische Kulturerbe-Kommission (Heritage Commission) das Dorf regelmäßig für gezielte Events wie den «Tag des Welterbes» oder festliche Gastfreundschaftsinitiativen (z.B. während Eid al-Fitr), um das historische Bewusstsein zu fördern.
Diese Wiederbelebung zeigt sich auch im alltäglichen Leben: Lokale Handwerker und Händler bieten ihre Waren an und stellen traditionelle Fertigkeiten zur Schau, wodurch besonders in der Feriensaison die historischen Stores (Geschäfte) des Dorfes zu neuem Leben erwachen. Insbesondere verbinden diese Aktivitäten Besucher direkt mit den landwirtschaftlichen Wurzeln der Tihama-Ebene; so ist Thee Ain thematisch eng mit den landwirtschaftlichen Festen (wie dem Granatapfel-Festival) verknüpft, die in der fruchtbaren Umgebung des Tals von Bidah stattfinden.
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